Wann habe ich Corona das erste mal gespürt? Wann habe ich die ersten Veränderungen an mir und anderen festgestellt? Wann habe ich mich das letzte mal so machtlos, so ohnmächtig, so hilflos gefühlt? Wann hatte ich das letzte mal so Angst? Wann fühlte ich mich das letzte mal so alleine? Wann wird es wieder wie vor Corona sein? Soll, darf es überhaupt jemals wieder wie vorher werden? Gehört es jetzt einfach zu unserem Leben dazu?
Ich glaube es kam bei mir ganz schleichend an und dann gefühlt mit einem Paukenschlag. Ich sitze vor dem Fernseher. All diese herzzerreißenden Bilder aus Italien. All das Leid, die Trauer, der Schmerz. All das was gerade dort passiert kommt mir so surreal vor. Ich fühle mich wie in einem falschem Film. Ich sehe die Bilder verschwommen. Als würde ich von weitem durch eine verschleierte Wand sehen. Oder sind es die Tränen, die ganz unbemerkt auf meine Wangen kullerten? Ich fühle mich versteinert. All das was dort passiert ist nicht greifbar, nicht fassbar für mich. Habe ich dort schon angefangen es wirklich wahrzunehmen?
Oder war es der Ausbruch in Ischgl? Es war im März, als Urlauber im Skigebiet, statt unbeschwerte Urlaubstage zu genießen, vollkommen unkoordiniert und überstürzt das Tal verlassen mussten. Habe ich dort schon gespürt, was für ein Ausmaß das ganze nehmen wird?
Oder vielleicht doch der Hotspot in Heinsberg, in Nordrhein Westfalen, wo es nach einer Karnevalssitzung ausgebrochen ist. Habe ich geahnt was für Auswirkungen das ganze auf mich, auf alle Menschen hat?
Der erste Lockdown in Deutschland. Die ersten Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen. War es die Zeit, in der ich die ersten Veränderungen bemerkt habe? Auf einmal war ich persönlich betroffen… Es war näher als sonst. Es fühlte sich irgendwie anders an.