Martina, 56 Jahre, Frührentnerin, aus Berlin

Wann hat das mal ein Ende!?

Ausgangssperre, Kontaktbegrenzung, diese Begriffe erinnern mich an den „Hausarrest“ in meiner Kindheit.

Eigentlich war ich gar nicht so traurig, wenn ich früher mal nicht raus durfte. Ich habe viel gelesen und mir eigene Geschichten ausgedacht….

Auch heute bin ich ganz gerne mal allein und kann den „Hausarrest“ eigentlich ganz gut ertragen. Ich habe dann mehr Zeit für mich und werde nicht von Äußerlichkeiten abgelenkt. Jedoch ist diese Ausgangssperre auch sehr unangenehm – da nicht frei gewählt – sondern von außen aufgezwungen.

Ständig wird man von Radio und Fernsehen mit dem Thema „Corona“ konfrontiert. Es fällt mir oft schwer, mich davon abzugrenzen und an etwas anderes zu denken. Es berührt mich sehr, wenn ich vom Leid der Menschen höre, die von Krankheit und Tod oder auch von Armut, Gewalt und Einsamkeit durch Corona betroffen sind.

Auch schwingt da bei mir immer die leise Angst mit, dass der Virus doch noch meine Angehörigen, Freunde oder mich selbst erwischt. Ich könnte den Hausarrest auch noch besser ertragen, wenn ich wüsste, dass der Virus damit unter Kontrolle gebracht werden könnte und somit allen geholfen wäre.

Allerdings verstehe ich die Leute nicht, die sich nicht gegen Corona impfen lassen wollen. Mir persönlich würde es eine gewisse Sicherheit geben, wenn ich geimpft wäre. Aber da werde ich wohl noch lange warten müssen…

Diese ständige Angst im Nacken tobt sich in meinem Körper aus. Ich „fresse alles in mich rein“ ziehe mich immer mehr in mich selber zurück. Fühle mich immer mehr „auf mich selbst zurückgeworfen“: Es wird dann immer mehr zu einer inneren Ausgangssperre, zu einem inneren Hausarrest.

Wann hat das mal ein Ende !?