Stachelbeer‘ & Sonnenblume, 48, Mama eines Kindergartenmädchens und „Bonus“-Mama von zwei großen „Kindern“, Ärztin, aus ländlichem Kleinod in süddeutscher Stadt

Ein Gegenstand, der in der Coronazeit eine besondere Bedeutung für mich bekommen hat…

Wo bist Du und wer, Du Gegenstand, der Du mich seit Corona besonders begleitet hast und in dem ich seit einem Jahr eine besondere Bedeutung gefunden habe? Es flackert, flackert zaghaft, dann immer stärker und leuchtet mich an, ich sehe Dich – Kerze, sehe Euch – ihr so vielen, vielen, vielen Kerzlein, die ich ganz besonders im letzten Jahr angezündet habe.

Zur Begleitung im Trauerjahr eines Herzensmenschen.

Zum Leuchten während des Laternenfestes, heimlich-aufregend im Wald mit vier Kindergartenfreunden meiner Tochter zusammen ihre vier unter Vollmondlicht feiernd.

Während der Waldweihnacht am vierten Advent und am Heiligen Abend zunächst den Tieren Futter bringend und dann leuchtend nach ihnen Ausschau haltend.

Große, kleine, dicke, dünne, ihr Kerzen habt auf der Terrasse im Sommer und Winter abends mit aller Liebeskraft an Zweisam-, Dreisam-, > Fünfsamkeit und auch mit anderen lieben Menschen, Freunden besonders weit geleuchtet, verlässlich tief und innig, verbindend.

Wer von Euch Kerzen mir besonders-besonders meine eigenen Äuglein wieder funkeln lies, das ward ihr, ihr roten Kerzen am Weihnachtsbaum. Die erste Weihnacht mit Euch. Die erste Weihnacht mit unsrem ersten Baum. Demütigst hab ich Euch am 24. angesteckt. Noch nie zuvor – denn zuvor waren es unsre Mütter, die die Bäume schmückten, zu denen wir reisten, die nicht in unsrem zu Hause standen und noch weiter zuvor feierte ich lange Zeit ohne Baum. Das erste Mal – wie ein Familienmitglied auf Zeit haben wir Dich gefunden, Du Baum, der Du Träger der roten Kerzlein wurdest. Du fülltest den Platz im Haus, als hättest Du oder ein anderer Deiner Artgenosen schon immer unsre Stube gefüllt und dann als die roten Kerzen in Deinen Ästen Dich umstrickt, umarmt, umgarnten, wurde es so funkelnd schön, das mir in all dem Kerzenlicht Kondenswasser der Freude über die Wangen floss. Geweiht, vielleicht waren es geweihte Tränen, geweiht, nun so wei(h)t zu sein, um mit UNSEREM Baum im Kerzenlicht zu feiern. In Ruhe und Gelassenheit mündig, erwachsen zu sein – wie ein ausgewachsenes > Bäumlein mit Bienenwachs im Näslein leuchten zu dürfen.

Herzerwärmendes Kerzenlicht.
Frei – von Verpflichtungen
Frei – von Verknotungen es jedem Recht machen zu wollen, dass sich auch ja niemand benachteiligt fühlt
Frei – von lauen Kompromissen
Frei – von Schuldgefühlen

Einfach nur so mit unsren Kerzen am Baum zusammen leuchtend. Es wurde mit Euch so hell, so warm, so klar, so durchdringend einfach.

Einen Tag vor Jahresende zogen wir im Familiennukleus zu fünft nochmals aus, beherzt-bekerzt. Nach Umwegen im Walde unter Gestrüpp robbend-lachend-suchend, ward ihr es, die uns auch dort unter Mondenschein mit hilfreich-unterstützendem Licht begleitet habt und in dem wir unsre persönlichen Zeilen lesen durften, „was 2020 auch an Schönheit uns zeigte“.

Das Funkeln von Euch in der Dunkelheit, hoffnungsvoll, tragend und haltende Hände, flackernd, immer wieder neu erzündend, immer wieder aufs Neue unermüdlich leuchtend das auch mein eigenes inneres Lichtleich immer wieder erwecken lies.

In Ruhe zu leuchten in all dem dunklen Dunkeln da draußen

DANKE ihr
Herzens
Kerzens – Lichtlein
in dieser besonderen Zeit