…tatsächlich mein Laptop! Nie war er so wertvoll wie heute!
Natürlich hat mein Laptop und damit der Zugang in das World Wide Web spätestens seit der Jahrtausendwende zunehmend an Bedeutung gewonnen: Recherche, Social Media, der normale Postverkehr.
Doch in Zeiten von Corona sind Laptop, Tablet und Smartphone tatsächlich die Verbindung zu Menschen schlechthin. Eine Botschaft, ein Tipp, ein Foto, ein Witz über Messenger-Dienste gehören für mich inzwischen zum Pflichtprogramm eines Tages. Können wir uns schon nicht sehen, so kontaktieren wir wenigstens über FaceTime und bekommen in etwa eine Idee davon, wie es dem anderen geht. Ich sehe das Gesicht, interpretiere die Mimik und entdecke, dass mein Gegenüber genauso wenig den Friseurbesuch auf dem Programm hatte wie ich.
Ich plane einen mehrtägigen Ausflug nach Norderney, will mir den Wind um die Nase wehen lassen und beobachte mit Spannung die Corona-Entwicklung auf den ostfriesischen Inseln. Über den Jahreswechsel irgendwie vergessen und verschont vom Virus, hat es die Insel mit hohem Inzidenzwert nun auch erwischt. Die Kurzreise wird vom Hotelier storniert. Ich erfahre es per email.
Ich benötige neue Wanderschuhe – Corona ermöglicht viel Zeit draußen in der Natur. Vor Ort Schuhe zu erwerben, gestaltet sich nahezu aussichtslos. Entweder ist das Modell beim Händler des Vertrauens nicht vorrätig oder die richtige Größe ist gerade ausverkauft. Mit dem Zugang zum Internet kein Problem, zwei Tage später werden sie per Paketdienst geliefert.
Kein Hallensport in diesen Zeiten! Nach der Schockstarre im vergangenen Frühjahr hat der Sportverein nun täglich kleinere Bewegungseinheiten online im Angebot, und ich kann darauf zugreifen, Training zu Hause!
Nicht zu vergessen die Zoom-Plattform: kleinere und größere Meetings, mehr oder weniger wichtig, aber … die Verbindung zur „Welt da draußen“. So höre ich es in der letzten Zeit häufiger, wenn Menschen außerhalb der eigenen vier Wände gemeint sind.
Und dann in der vergangenen Woche der worst case. Mein Laptop streikt, hat offensichtlich die Nase voll von dauernder Beanspruchung, immer und überall präsent sein zu müssen. Ich schimpfe mit ihm, bin ösig, nimmt er mir doch die Verbindung zu „meinen Menschen“. Fünf Tage ohne …, ja es geht! Doch meine Nervosität ist spürbar, was ist wenn … Nun, … er ist wieder im Einsatz, und ich schenke ihm, meinem Laptop mit jedem Starten ein wohlwollendes Lächeln, schafft er doch die Verbindung zu den „Menschen da draußen“.
In Coronazeiten hat er tatsächlich eine ganz besondere Bedeutung bekommen: mein Laptop!