Ich wünsche mir ich hätte es schon gehabt. Einfach durch sein. Leider hat der Antiköper-Test ein „negativ“ ergeben. Eigentlich ist das neue Positiv ja Negativ und umgekehrt – letztens hat mir eine Freundin zugerufen „stay negativ“.
Bei jedem Corona-Test den ich mache und das kommt wöchentlich 2-3 vor ist der Funke da der sagt: „wenn du’s jetzt hast, dann hast du’s danach hinter dir.“ Und dann, dann kommt der Rattenschwanz an Gedanken. Wen hab ich getroffen die letzten zwei Tage, die müssen dann in Quarantäne und das tut mir halt dann mega-leid. Könnte ich die angesteckt haben? Und Fuck: was wenn die so richtig krank werden. Was wenn ich so richtig krank werde.“
Bis jetzt war das Corona-Test-Ergebnis immer negativ. Glücklicherweise, weil auch als meine Mami es, und mit es ist Corona gemeint, hatte, war ich so happy, dass nicht ich es war die sie angesteckt hat. Ungünstiger Zeitpunkt um sich zu freuen. Vor allem wenn’s dann zu Schuldzuweisungen kommt. Die bringen in dem Fall nämlich gar nix. Speziell wenn der Tod dann so nahe rückt. Ach ungünstiger Zeitpunkt für Mami an „es“ zu erkranken. Mit ner halben Lunge, Blutzucker und wie sich nach Corona herausstellte ein lebensbedrohlicher Krebs, der in ihr schlummerte und durch Quarantänezeiten mehr Raum in ihrem Körper einnehmen konnte.
Da ist ein Kampf zu kämpfen und sie kämpft ihn stark. Ihr Körper macht mit, und ihr Mindset ist wundervoll.
Schlussendlich hab ich um mich weniger Sorgen als um die, die ich anstecken könnte und mein größter Wunsch ist Antikörper zu haben.
Quarantäne – Krankheit – Tod – Körpernähe – Untersuchungen – Testen – Heilen – Gesund sein. All dies Wörter und die dazugehörigen Gedanken pappen ständig auf. Und trotzdem oder gerade deshalb fließt – oft im Strudel, oft recht sanft und dann wieder viel zu schnell, aber fließt das Leben.