Ich möchte Corona nicht bekommen, aber wenn dies eintreten würde, müsste ich der Realität ins Auge sehen, mich stellen, damit abfinden. Mir graut vor der Vorstellung, dass ich zu Hause eingesperrt sein würde, in der Versorgung von anderen abhängig wäre. Meine Eigenständigkeit, ein wichtiges Gut, bedeutet mir ein Stück Freiheit. Nun, vielleicht wäre ein milder Verlauf weiter nicht schlimm. Wenn ich den Gedanken jedoch weiterspinne und in Erwägung ziehe, dass es keine „harmlose“ Form wäre und ich mit der Rettung in ein Krankenhaus eingeliefert werden würde, dann müsst ich schon schlucken.
Ich denke mich in die Intensivstation mit ihren Beatmungsgeräten und Schläuchen, die künstlich Leben spenden. Was wäre, wenn meines am „seidenen“ Faden hinge? Es umgäben mich mit Schutzanzügen bekleidete Menschen, denen ich nicht ins Gesicht sehen könnte, deren Lächeln mich nicht aufmuntern würde. Dann stelle ich mir Schmerzen vor, die stark und kaum aushaltbar wären, hoffentlich mit Medikamenten abgemildert werden könnten. Große Atemnot zu haben – das Gefühl keine Luft zu bekommen, dieses selbstverständliche Ein-/Ausatmen, beklemmendes Brustkorbgefühl und vor allem die Angst – Angst ersticken zu müssen. Ich bin ausgesprochen dankbar, dies nicht erlebt zu haben.
Es beruhigt mich zu wissen: in Österreich haben wir ein gut funktionierendes Gesundheitssystem. Ärzte, Wissenschaftler, Krankenhauspersonal arbeiten dankenswerterweise bis an ihre Grenzen. Was wäre aber, wenn die Kapazitäten ausgeschöpft wären, es nicht mehr möglich in einem Spital aufgenommen zu werden, keine Behandlung zu bekommen? In manchen Gebieten der Welt durchaus Realität, kaum vorstellbar ….
Alleine in meiner Wohnung eingeschlossen, müsste ich mich der Krankheit hingeben. In meinen schweren Stunden würde ich Gott um Hilfe rufen, beten, ihn um Verzeihung bitten. In mein Gebet ließe ich die Bitte um Schutz für meine Lieben und mich einfließen. Ich würde ihm mein Leid klagen und vertrauen. Ja, vertrauen, dass es ein gutes Ende finden möge und mich ergeben in dankbarer Liebe.