Beatrice, 62 Jahre, grundsätzlich frohgeMUT, lebt mit Kater Filou in Wien, Coachin & Trainerin, leidenschaftliche Collagen Gestalterin und Schreiberin

Ich will nicht über Corona schreiben

Ich will nicht über Corona schreiben, weil ich dem Virus, der Krankheit, all diesen sich im Kreise drehenden Diskussionen und täglichen Schreckensmeldungen möglichst wenig Raum in meinem Leben geben will. Sie sind für mich Energieräuber.

Du bist, was Du denkst, fällt mir dazu ein. Und ich bin nicht Krankheit. Das soll nicht heißen, dass ich blind und blauäugig bin. Obwohl blau-äugig bin ich schon und mit diesen blauen Augen blicke ich gerade in den blauen Frühlingshimmel und sehe ein paar Wolken zu, wie sie vorüber ziehen. Also lasse ich die negativen Gedanken einfach mit den Wolken ziehen und kümmere mich um das Leben, das doch gerade jetzt im Frühling überall so wunderbar pulsiert. An diesen Puls der Zeit mag ich gerne meine Ohren legen.

„Tue Dein Möglichstes und erwarte das Beste“ – dieser Satz aus der Huna Philosophie ist da mein tägliches Mantra. Ja, ich tue alles, was in meiner Macht steht – trage Maske, halte Abstand und wasche mir die Hände. Und ich tue alles, was meine Lebenskraft stärkt: ich bewege mich, halte mich fit, bin viel in der Natur, versuche, mich möglichst gut zu ernähren und nähre Geist und Seele mit Schreiben, Lesen und kreativem Gestalten, singe und tanze. Damit schaffe ich mir einen kraftvollen Lebensraum, lade das Gute ein hereinzukommen und verschließe die Türen für das, was mir Kraft raubt und was ich ohnehin nicht ändern kann. Ins Sorgenkarussel will ich nicht einsteigen und wenn nur für eine kurze Runde und dann springe ich wieder ab ins Leben. Soll es sich ohne mich drehen.

Ich will meine Lebenszeit nicht damit vergeuden, mir Sorgen zu machen und Angst zu haben, sondern will möglichst jede Minute mit dem füllen, was mir gut tut und mir Freude bereitet. Gab es da nicht mal den Tipp „ Nehme Dir jeden Tag eine halbe Stunde, um Dir Sorgen zu machen und in dieser Zeit mache ein Nickerchen“. Der Gedanke daran gefällt mir und lässt mich schmunzeln.

Sowohl positive als auch negative Gedanken haben eine große Anziehungskraft und die Tendenz sich zu vermehren. Also liegt die Entscheidung doch klar auf der Hand, denn ich weiß wovon ich mehr will. Ich will mich auf das „immerhin“ konzentrieren und es dankbar wertschätzen. Ich will den Moment leben und genießen und bin mir sicher, damit auch meine Immunkraft zu stärken. Sorgen kosten Zeit und Kraft und bringen mich nicht weiter, vor allem eben die, deren Grund und Ursache ich nicht beeinflussen kann. Sie trüben meinen Blick. Ich hingegen will einen klaren und neugierigen Blick aufs Leben. Bin dankbar für die kleinen Glücksmomente, so wie diesen jetzt gerade: mein Kater hat sich auf meinen Schoss gekuschelt, ich spüre seine Wärme und tauche meine Hände ganz tief in sein weiches Fell. Er schnurrt. Augenblicksglück.

Darum will ich nicht über Corona schreiben.