Warum falle ich in größeren Abschnitten immer wieder in Ohnmacht?
Wer hat da Macht über mich?
Darüber habe ich bisher noch nie nachgedacht, ist jedoch spannend.
Ohnmacht bedeutet für mich hier, ohne eigene Macht, ohne Einfluss zu haben. Ich kann nichts, absolut gar nichts mehr selbst für mich tun. Ich bin einfach mal weg, für kürzer oder länger. Ich weiß es nicht.
Ohne etwas für sich selbst tun zu können fühlt sich verloren an. Doch bin ich wirklich in dieser Zeit verloren?
Wenn ich nach gefühlt ewiger Zeit wieder zu mir komme, bin ich immer ein anderer Mensch – gefühlt!
Keine Ahnung wo ich war, was in dieser Zeit mit mir passiert ist. Ich hatte keine Kontrolle, keine Macht über mich.
Im Nachhinein werden mir meist die Situationen bewusst, die ich anders hätte lösen, mit denen ich anders hätte umgehen können. So hatte bisher jede meiner Ohnmachten sogar etwas Gutes.
Seit Kindertagen sind mir diese Zustände bekannt und ehrlich, ich habe keine Angst davor.
Mein Mann weiß mittlerweile, dass er mich einfach in Ruhe lassen muss und wenn ich irgendwann nach ein paar Kreislauftropfen frage, ist alles in Ordnung – nur ein wenig anders als zuvor, doch da weiß nur ich! –
Eine andere Ohnmacht ist das Gefühl für einen lieben Menschen, der gerade in einer Krise oder gar Krankheit gefangen ist, nichts, aber auch gar nichts tun zu können. Das tut weh. Und dieses Gefühl auszuhalten ist nicht leicht.
Wie oft habe ich gesagt, ich fühle mich so ohnmächtig, wenn Besuche abgelehnt, oder sogar völlig untersagt waren.
Diese Art Ohnmacht ist für mich schlimmer, als wenn ich selbst in Ohnmacht falle.
Warum falle ich in größeren Abschnitten immer wieder in Ohnmacht?
Im Wortstamm steckt auch das Wort Macht. Es lässt mich nachdenken über die Macht anderer.
Habe ich tatsächlich Macht über jemanden?
Und wer hat Macht über mich?
Ich könnte es nicht mehr ertragen, wenn irgendjemand Macht über mich hätte, sozusagen entscheiden würde, was mit mir geschieht, ohne dass ich gefragt werde.
Nicht mehr deshalb, da meine Mutter ihr ganzes Leben diese Macht über mich objektiv, aber vor allem subjektiv ausgelebt hat. Dieses Gefühl ist grausam und grenzt an Körperverletzung. Erst mit ihrem Tod fühlte ich mich wirklich frei.
So hat Macht auch etwas mit Freiheit zu tun, Freiheit, mein größter Wert!
Ohnmacht – Macht
Heute hat niemand mehr Macht über mich und wenn ich körperlich in Ohnmacht falle hat das in aller Regel nachvollziehbare Gründe; denn ich bin herzgesund.
Die gefühlte Ohnmacht anderen Menschen gegenüber erlebe ich intensiver. Meine Aufgabe hier, mich mehr abzugrenzen. Grenzen setzen, bis hierher und nicht weiter!
Ich habe schon viel gelernt, doch manchmal tappe ich immer noch in die „Ich könnte doch Helfen – Falle“!
Wer hat Macht über mich?
Spannend!
Gibt es überhaupt ein Leben ohne Macht? Oder sind wir Alle auf eine Art und Weise ohn-mächtig? Sollen wir das vielleicht sein?
Denn es gibt, zumindest für mich, immer noch den Herrgott und seine Allmacht ist größer als alle Macht.
So komme ich über die Macht und Ohnmacht zur Allmacht und bin glücklich über diese beiden Gegensätze nachgedacht zu haben.
Macht – Ohnmacht – Allmacht!
Warum falle ich in größeren Abschnitten immer wieder in Ohnmacht?
Soll ich die Allmacht nicht aus den Augen verlieren? Dies könnte die Lösung sein.
Ich werde darüber nachdenken, diesem Gedanken Raum geben!