Freiheit und „Frau sein“. Zwei Worte. Beide fühlen sich für mich nicht selbstverständlich an. Warum nicht?
Sie verbergen, was dahinter steht. „Was denn?“ Ich denke an das Wachsen und den Mut von Frauen, sich für ein selbstbestimmtes „Frau sein“ einzusetzen. „Und was ist mit der Freiheit?“ Wer selbst bestimmt lebt, ist frei. Daran glaube ich. Ich möchte glauben, dass Frauen frei sind. Es ihr Recht ist.
Freiheit und Gleichheit garantiert das Grundgesetz. 60 Jahre war ich frei. Und nun gibt es COVID-19 und seine Mutanten. Wird uns das Virus unsere Freiheit für immer rauben? Ich weiß es nicht. Weißt Du es?
Immerhin trage ich zur Zeit eine Maske. Ich verstecke mich aus Vorsicht hinter dem Mund- Nasen-Schutz. Ungern. Ich bin unsichtbar. Sie stört mich und mein Wohlbefinden. Dennoch ist sie derzeit unverzichtbar. Ist das so? Ich weiß es nicht. Es scheint aber wahr zu sein. Ich will es nicht bejahen. Sie verletzt mich. Und ich trage sie doch aus Einsicht.
Trotzdem fühle ich mich unfrei. Andere bestimmen, wann ich sie zu tragen habe. Aus Sorge. Ich spüre meine Grenzen schmerzhaft. Die Maske trage ich nicht nur vor Mund und Nase. Wie soll ich mich sonst zu der Sache stellen? Zum Glück trage ich nicht die Verantwortung. Was ist falsch und was richtig? Ich weiß es nicht. Ich hoffe. Und ich bin vorsichtig. Mehr kann ich nicht tun. Doch. Wenn ich dran bin, nehme ich das Impfangebot dankend an. Vielleicht ist das der Schlüssel für die Rückkehr der Freiheit?
Ich bin froh, nicht in der Haut der Entscheidungsträger zu stecken. Ob sie ihren Job gut machen? Ehrlich. Ich weiß es nicht. Ich will glauben, sie tun ihr Bestes für uns.
Ich war wohl nie so frei, wie ich glaubte. Die Fürsorge füreinander, für Kinder und Alte, steht für mich überwiegend an erster Stelle. Ich spüre meine Grenzen. Ich bin müde.
Eine neue Bescheidenheit wächst in mir.
Ich bin dankbar für die Freiheit, in der ich aufwuchs. Ich hoffe, sie ist da, wenn Corona fort ist. Ich hänge an ihr.
Was nach Corona kommt? Ich weiß es nicht. Ich hoffe, etwas, das uns gut tut.