Satz leeren:
Wenn Corona nicht wäre, …
Sobald Corona vorbei ist, möchte ich …
In einer dreitägigen Coronapause würde ich …
Ich verfluche Corona, weil …
Ich wünsche mir …
Ich habe Angst vor …
Es beunruhigt mich, dass …
Ich sehne mich nach meiner Unbeschwertheit und dem Vertrauen, dass schon alles gut gehen wird.
Und dann entschied ich mich, den Satz einer anderen Teilnehmerin zu verwenden:
Ich genieße Corona.
Ich genieße Corona, weil ich mehr Exklusivzeit mit meinem Partner und den Kindern habe. Uns diese Phase ganz neu zusammenschweißt und uns nochmal viel besser kennenlernen lässt. Wir beweisen werden, dass wir selbst ganz schwierige Phasen gemeinsam überwinden; Mut, Geduld und Zuversicht haben, gegenseitig auf uns zu schauen und uns unterstützen, wenn es jemanden mal zu viel wird.
Ich genieße Corona, weil kleine Erfolge so direkt sichtbar werden. Neben all dem Schwierigen, Nervigen, Herausfordernden und oft zum Verzweifelnden, schaffen wir doch immer wieder Positives, das neue Hoffnung gibt und stolz werden lässt. Trotz Homeschooling haben die Kinder im letzten Jahr so viel gelernt, den Umstieg auf den Cambridge Lehrplan geschafft und viele neue Erfahrungen gewonnen. Ebenso geht es mir und meinem Partner. Nach meinem Unfall durfte ich erleben, dass ich aufgefangen bin und getragen werde, wenn ich selber nicht mehr gehen kann. Dass ich schwach sein darf und meine Sorgen Platz haben, ausgesprochen und ernst genommen zu werden.
Ich sehne mich nach der Unbeschwertheit und dem Vertrauen, dass alles gut wird. Aber ich schätze auch die Erfahrung, dass ich gemeinsam mit meiner Familie durch Krisen kommen. Dass wir zusammenhalten, selbst wenn es schwierig wird. Es kommt vor, dass wir uns nerven, wenn wir immer zusammen sind und Außenkontakte sehr eingeschränkt sind und trotzdem haben wir uns immer was zu erzählen. Ich schätze die Erfahrung, dass uns die Fragen und das Interesse aneinander nie ausgeht.
Ich genieße Corona, weil immer alles zwei Seiten hat und ich auch die positive Seite wahrnehmen will, um die negative Seite nicht so übergroß werden zu lassen. Ich genieße Corona, weil es als Ausrede herhält für Alles, was gerade nicht machbar, nicht schaffbar ist oder worauf ich grad einfach keine Lust habe.
Ich genieße Corona, weil es mich lehrt, so Vieles wert zu schätzen und zufrieden zu sein, wenn es mir und meinem Lieben gut geht. Ich genieße Corona, weil es mir zeigt, dass ich mich auf meinen Partner verlassen kann und in meinen Entscheidungen zu 100 Prozent von ihm unterstützt werde. Ich genieße Corona, weil wir als Familie lernen, dass wir glücklich und fröhlich sind, obwohl wir vieles, was wir vorher für unverzichtbar hielten, gerade nicht haben oder nicht machen können. Ich genieße Corona, weil ich einfach weiß, dass es leichter wird, wenn ich diese Herausforderung wahrnehme, ihr Platz einräume, anstatt sie zu verdrängen, da dies ja ohnehin nicht möglich ist.
Wenn Corona nicht wäre, würde ich vielleicht gerade gar nicht so viel anders machen?