Ge- und verdichtet

„Ein Gedicht ist ein Text mit Zeilenumbrüchen“. Gedichte in diesem Sinn, auch ganz ungereimt, Lyrische und frei gestaltete Texte zu Corona findet Du hier.

Lupa, 63 Jahre alt, verheiratet, keine Kinder , aber eine süße Nichte, wohnt in einer Großstadt in Italien und arbeitet als freiberufliche DAF Lehrerin in der Erwachsenenbildung

Erster Lock-down 2020

Langsam träge beginnt dieser Tag Den Rythmus selber finden Nichts berührt mich Meine To-do-Liste ist langweilig Langsam bewege ich mich durch die Tage Die Zeit scheint dichter geworden. Nichts bewegt sich. Leere, Langsamkeit Nur die Pflanzen wachsen schneller Der Winterschlaf ist beendet. Ich bin fetter…
Navona, 59 Jahre alt, verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern, Großmutter von vier Enkelkindern, Lehrende, lebt in einer kleinen Stadt 30 km westlich von Wien an der Donau

Ich weine zur Zeit von Corona

Ich weine zur Zeit von Corona Ich weine ganz leise im Bett Ich weine, komm nicht nach Cortona Ich weine und hoff´, dass auch die Zeit vergeht. Ich hoffe, der Ton in der Sprache Kriegt wieder den sanfteren Klang Dialog ist eine wichtige Sache Und…
miA_U, mag aber eigentlich keine Katzen, teilt sich das Bett mit vier Männern, lebt in einer kleinen Großstadt und liebt die Natur, das Leben und gegenseitiges Geben

Auf zum Meer

Zwischen Windeln wechseln und Silben schwingen schau ich zum Fenster raus. Seele atme auf! Schwingt sich hinaus, Raus! Aus dem Haus. In diese Welt, die im Stillstand liegt und nicht weiß, wie sie diese Krise besiegt. Eingesperrt im Hier und Jetzt. Innerlich verletzt. Aber meine…
Anni, 65 Jahre, sechsfache Oma, pens. DGKS und pens. Kinesiologin, Pflanzenflüsterin

Unbeschreiblich

im sand eine frau nur unfassbares grauen ins auge gefasst tuchverhangen ihr gesicht ihre nase nicht zertrümmert wie ihre würde verschlossen ihr mund nicht verstümmelt wie ihre lippen die lautlos klagen wortlos fragen die antwort verliert sich im sand eine frau nur unter vielen
Alexandra, selbständig als Trainerin und Coach, 53, verheiratet, zwei erwachsene Kinder

Wie es mir geht

Während ich mich immer mehr daran gewöhne, kaum mehr aus dem Haus zu gehen, während ich immer noch weniger Menschen sehe, während ich immer reduzierter lebe und mit immer noch kleineren Freuden zufrieden bin, kriecht von tief in mir eine Traurigkeit hoch. Die Trauer um ein ungelebtes Leben. Die…

Ein Projekt der
LieblingsLebensgefühlsManufaktur
Barbara Pachl-Eberhart
www.mein-lieblingsleben.at