Traurigkeit

Nicht immer ist es Angst oder Ärger. Manchmal brauchen auch Trauer und Traurigkeit einen Platz, ein paar Zeilen. Auch diese Gefühle wollen gelebt werden.

Mara, 68 Jahre, verheiratet, wohnhaft in Süddeutschland, seit kurzem verwaiste Mutter und bloggende Rentnerin

Mehr als Corona

Ich lebe in einer anderen Zeit – es ist Corona-Zeit und nicht nur das. Ich lebe in einer Trauer-Zeit und diese überdeckt Corona. Darf es das überhaupt? Ich frage nicht nach, lebe so, wie ich mich gerade fühle. Selbstverständlich halte ich die Corona Vorschriften ein.…
Florentine, 65 Jahre, Mutter von Fünfen und Großmutter von Sieben, Legasthenietrainerin im beginnenden Ruhestand, wohnhaft am Rand der norddeutschen Tiefebene

Ich weiß nicht, was es ist, das mich an Corona traurig macht...

…denn mir geht’s doch gut. Ich darf in einem Haus mit Südterrasse und Garten leben. Jetzt, im Winter, hab ich‘s warm und im Sommer gibt der alte Kirschbaum Schatten und die Tomaten bekommen dennoch, was sie an Wärme und Licht zum Gedeihen brauchen. Mein Zuhause…
Johanna, 74 Jahre alt, pensionierte Lehrerin für Deutsch und Französisch, 40 Jahre lang verheiratet, seit kurzem allein lebend in München, hat eine wunderbare Tochter, die aber weiter weg wohnt. War immer sehr neugierig, lebenslustig, gesellig. Liebt ihre Freunde, Theater, Bücher, Musik und Bildhauerei. Corona legt sich wie Mehltau über ihr und unser aller Leben.

Mein Mann ging und Corona kam.

Ein kalter, aber sonniger Januartag, ein strahlender Sonnentag, der zwölfte Januar 2020. Um 12 Uhr 10 stirbt in unserem lichtdurchfluteten Schlafzimmer mein Mann. Ich halte ihn in meinen Armen. Unsere Tochter hält seine Hand. Drei tiefe Atemzüge. Dann das Ende. Wir sind dem Tod begegnet.…
Johanna, 74 Jahre alt, pensionierte Lehrerin für Deutsch und Französisch, 40 Jahre lang verheiratet, seit kurzem allein lebend in München, hat eine wunderbare Tochter, die aber weiter weg wohnt, immer sehr neugierig, lebenslustig, gesellig, liebt ihre Freunde, Theater, Bücher, Musik und Bildhauerei. Corona legt sich wie Mehltau über ihr und unser aller Leben.

Hell und dunkel

„Mal nachsehen, wie das Wetter heute ist, es soll ja schon wieder trocken, hell und sonnig sein.“ Sonntag, 10 Uhr. Ich liege noch immer im Bett und um mich herum ist es dunkel. Die Rollläden halten die Umwelt noch draußen, da wo sie hingehört. Dunkel…
Mariti, im Rentenalter, Schriftführerin in zwei Vereinen, genießt mit ihrem Liebsten ein Stadtrand- und ein Landleben in NRW

Lebendig - tot

Wir sollen ein Gegensatzpaar auswählen und dazu Gedanken entwickeln. Warum hüpft mich das Wortpaar „lebendig – tot“ an? Ich bin doch ein grundzuversichtlicher Mensch. Es gibt auch keinen akuten Sterbefall oder Sterbeprozess in meinem Umfeld. Eigentlich möchte ich mich auch gar nicht mit so einer…
Carlos, 63, verheiratet und im Berufsleben, Naturliebhaber und Tänzer, Vater & Opa, lebt in einem Hochtal im Westen Österreichs

Corona und die Angst vor dem Sterben

Eine anstrengende Arbeitswoche liegt hinter mir. Es ist Freitagabend und draußen fällt Schnee, wie die ganze Woche schon. Ich bin dankbar, finanziell nicht von den Maßnahmen der Regierung bezüglich Corona betroffen zu sein. Vieles kann ich nicht begreifen oder verstehen. Mein Verstand mit seinen Gedanken…
Heike, 50, arbeitet im sozialrechtlichen Bereich in einer deutschen Großstadt

Die Uhr meines Vaters

oder Vom Leben mit dem Sterben in Zeiten von Corona Sie ziert seit knapp zehn Monaten mein Handgelenk. Ein Erbstück, sage ich, wenn mich jemand fragt. Wir waren auf dem Dachboden gewesen. Mein Vater hatte ihn ausgebaut. Ein großes Zimmer mit einem großen Gästebett in…

Ein Projekt der
LieblingsLebensgefühlsManufaktur
Barbara Pachl-Eberhart
www.mein-lieblingsleben.at