Madita, 51, Mutter von 2 erwachsenen Kindern, selbstständig in der Kinder- und Erwachsenenbildung

Corona bedeutet für mich Masken, Abstand und mich nicht wirklich frei bewegen dürfen

Dabei sind die Masken das worunter ich am meisten leide. Ich sehe kein Lächeln mehr und ich höre nur noch ein undeutliches Nuscheln mit den sparsamsten Worten.

Ich selbst kann unter einer Maske nicht atmen und gerate in Panik. Ja, ich habe ein Attest, das gibt mir eine gewisse Freiheit. Ich kann für mich selbst sorgen und für meine eigene Gesundheit Verantwortung übernehmen. Aber diese Maskenbefreiung ist oft wie ein Spießrutenlauf und ich musste schon viele verächtliche und beschimpfende Worte hinnehmen. Das macht mich sehr traurig und tief in mir kann ich ein solches Verhalten nicht verstehen. Meine langjährige Friseurin weigerte sich, mich zu bedienen, und gute Freunde haben mir den Rücken zugekehrt.

Das Heftigste war vor ein paar Tagen auf dem Wochenmarkt, wo mir der Vertreter des Ordnungsamtes einen Platzverweis gab. Er wurde diskriminierend und behauptete, Atteste wären hier auf dem Platz ungültig, das hätte die Stadt so beschlossen. Ich war fassungslos. Wenn es nur noch darum geht, die eigene Macht auszuüben, fehlt mir jedes Verständnis.

Ich habe aber in dieser maskenbefreiten Zeit auch wirklich gute und erfreuliche Gespräche führen dürfen. Polizisten, Sicherheitsleute und Geschäftsangestellte, die mich freundlich und respektvoll behandelten und wo ich die, eigentlich ganz natürliche, Nähe von Mensch zu Mensch und Verständnis spüren konnte.

Ja, dieses Maskentragen oder nicht tragen, hat mir mitmenschliche Höhen und Tiefen aufgezeigt. Nach gut einem Jahr Maskenpflicht brauche ich nun wirklich nicht mehr darüber diskutieren, was das Tragen von Masken mit uns Menschen macht oder gemacht hat.

Jetzt möchte und werde ich mehr denn je geradestehen und versuchen zu reparieren, was an unserem menschlichen Miteinander kaputtgegangen ist.