Jill, 58 Jahre, freiberufliche Publizistin, Ghostwriterin, Beraterin aus einer Stadt am Rhein

Trotz Corona geht es mir in meinem Körper rundum gut

Die erste Stelle in meinem Körper, die sich meldet, wenn ich diesen Satz sage, ist…

…mein Bauch, mein Darm. Mein Magen wiederum korrespondiert mit meiner Speiseröhre. Die brennt wie Feuer. Wie eine Flamme, eine hoch lodernde Flamme. Und mein Darm rumort; er streikt entweder oder meldet sich lautstark zu Wort, tut weh, wirklich.

Also, all das ist eben nicht in Ordnung. Nicht im Wohlfühlmodus. Und ich bin flux im Widerspruch zu diesem Satz.

Jetzt will ich es noch einmal versuchen und mich hinspüren – zu der Stelle, die sich in meinem Körper rundum gut anfühlt: …mein Herz.

Weil es pocht und schwingt und schlägt.

Weil es meins ist.

Weil du, mein Herz, zu mir gehörst.

Ja, ich höre dir zu.

Ich mag dich. Ich mag dich sehr. Ich liebe dich.

Ich schätze dich für all das, was du für mich tust.

Ich bin mit dir vertraut.

Auch wenn es mir manches Mal schwerfällt, verlässt du mich hingegen nie.

Du zeigst mir an, was du dir für mich wünschst.

Was dir gefällt und was dich schmerzt.

Was dich nährt und was dir fehlt.

So sehr ich manchmal meine, kämpfen zu müssen: Wenn ich innehalte, meine Hand auf dich lege, atme, die Augen schließe, erschließt du mir eine ganze Welt, einen gangbaren Weg, eine Alternative, eine Entscheidung.

Oft auch erst einmal nur dies: Ruhe. Muße. Warten. Eine kleine Weile. Aushalten. Wahrnehmen. Wenigstens für einen Moment.

Und es bilden sich zugewandte Sätze. Und eben keine Wertungen.

Aber nur, wenn ich dir wirklich Raum gebe.

Wenn ich bereit bin, mich dir gegenüber zu öffnen.

Wenn ich offen bin für deine Botschaft und lausche, was sich formiert.

Ja, so läuft es idealtypisch ab. Darauf kann ich mich sogar verlassen.

Auf dich ist immer Verlass.

Das weiß ich. Das ist Realität. Fakt. Punktum. Basta.

Aber – wieder ein großes Aber, ein Einwand – ich könnte dich viel öfter beherzigen.

Gefällt dir das? Anders formuliert: Ich merke deutlich, dass ich dich häufiger befragen könnte – für mich. Im Alltag.

Du antwortest mir prompt: „Mach das!“ Ich höre dich das regelrecht sagen. Und du schließt sofort an: „Ja, genau. Ich vermisse es, dass du fragst.“

Ich grinse. Ich sag‘ ja: Auf mein Herz ist Verlass. Ein steter, zugewandter Zeitgenosse, der nichts Anderes im Schilde führt, als mir Gutes zu tun, tun zu wollen. Wunderbar.

Ich lächele immer noch und schmunzele über meinen Humor, der sich Freilauf verschafft und sich gerade ausbreitet auf meinem Gesicht, meiner Haut.

Ich freu mich über meine Erkenntnis. Ich freu mich, dich deiner Anwesenheit bewusst zu sein. Und deiner Güte. Deiner Hilfe.

Und wenn mein Kopf durch die Wand will, ich verzweifelt um Entscheidungen ringe, mich regelrecht zwinge zu etwas, und du dich meldest, du, mein wundervolles Herz, dann mag es mitunter Streit geben – zwischen Kopf und Herz –, aber – und auch darauf ist Verlass, dann meldet sich mein Darm und sagt: „Stopp!“

Und recht hat er.

Die Koalition zwischen Herz und Darm ist ein eingespieltes Team. Eigentlich.

Ich sollte diesen Teampartnern einfach nur vertrauen.

Danke. Danke, dass es euch so zuverlässig für mich gibt. Dankeschön – von Herzen.

P.S.: …in der Nacht nach diesem Text wurde ich krank: Darmentzündung.