…weil mir die Nähe zu Menschen, die mir wertvoll sind, fehlt. Es macht mich traurig, sie nicht mehr so einfach besuchen zu können. Mehr als zuvor fehlen mir Umarmungen.
Ich bin ein Mensch, der wenn es mein Herz mir sagt und es passt, sehr gerne umarmt und in die Arme genommen wird. Dieses Gefühl des Gehalten-Seins und Haltens tut mir sehr gut. Dabei fühle ich mich sicher und geborgen und spüre auch, dass ich selbst in der Lage bin, Menschen, die ich liebe, zu trösten, wenn sie traurig sind.
Eine ehrliche, offenherzige Umarmung ist so ein einfaches und – für mich – heilsames „Mittel“ gegen Kummer und Angst. Ich dürfte das schon erleben. In Armen, die es wirklich zutiefst gut mit mir meinen, zu sein, zu atmen und hemmungslos zu weinen, tut meiner Seele und meinem wundweiten Herzen unendlich wohl. Dabei spüre ich für einen – oder mehrere – Moment(e) einfach Frieden. Da wird mein Herz nach einiger Zeit ganz ruhig. Dort, wo Worte nicht mehr hinreichen, weil meine innere Türe zu ist, da ist eine liebevolle Umarmung wie ein Schlüssel – vielleicht sogar DER Schlüssel – zu meinem Herzen. Ich bin ein sehr emotionaler, empfindsamer und empathischer Mensch.
Mit mir allein sein kann ich inzwischen immer besser, durch diese besondere Zeit musste – oder dürfte? – ich das noch einmal intensiver lernen. Dennoch gibt es immer wieder Tage, an welchen mich mein Herz so sehr schmerzt, dass es gefühlt fast zu zerspringen droht vor Sehnsucht nach heilsamer Nähe. Mein sowieso schon sehr berührbares, zartes Herz tut dann einfach besonders weh.
Diese Zeit hat mir gezeigt und zeigt mir: Ich bin ein Menschen-Mensch, nicht unbedingt viele, das überfordert mich schnell mal, doch ein paar wenige Menschen. Ich mag Nähe und schenke sie auch gerne, habe ein offenes Herz für Nöte. Und: Ich bin auch gerne mit mir allein, wenn es mir dabei gut geht.
Noch etwas hat mir die Corona-Zeit gezeigt: Die Vorfreude ist vielleicht wirklich mit die schönste Freude! Ich will fest darauf vertrauen: Irgendwann sehen wir uns wieder und: umarmen uns!