Eine der großen Aufgaben der Corona Zeit ist für mich, den Menschen wahrzunehmen, den Mitmenschen, den Mit-Mir-Menschen. Ihn wahrzunehmen, ihn wieder mit Respekt wahrzunehmen.
Ja, ihn wirklich wahrzunehmen in seiner Ganzheit und seinem Sosein.
Das heißt: den Menschen, der mir gegenübersteht, zu sehen, seine Einzigartigkeit und Würde und seine Bedürfnisse zu spüren. Das heißt auch, ihn wieder in meine Arme zu nehmen, gedanklich und durch ein echtes physisches Berühren.
Ein: „ja, ich sehe dich“, „ich kann dich fühlen“, „du darfst mir vertrauen“. Oder ein: „wovor hast du wirklich Angst?“, „was ist dein Schmerz?“, „komm, erzähle mir, ich höre dir zu“. Und dann das ganz reale An-die-Hand-nehmen, die Hände umschließen für einen gemeinsamen langen Spaziergang.
Eine Umarmung! Eine Umarmung, die länger als eine Sekunde dauert. Eine Umarmung, bei der sich Menschen wirklich halten, einander Halt geben und einander zeigen: „ich bin da“, „ich nehme mir Zeit für dich“, „ich stehe zu dir“.
Wir dürfen uns dem Menschsein wieder bewusst werden und all das Trennende erkennen: die Maßnahmen, die Ängste, die Urteile und die Meinungen und wir dürfen all das loslassen.
Mehr noch, wir dürfen all das Trennende aus unserem menschlichen Miteinander verbannen und uns wieder füreinander öffnen. Uns öffnen für das Staunen und die Freude über unsere Mitmenschen, unsere Wegbegleiter.
Die Freude, das Lachen und die Leichtigkeit dürfen sich wieder ausbreiten, in uns selbst und um uns herum. Mit der Freude kommt dann auch die Liebe zurück, das liebevolle So-sein-lassen. Dann nehme ich den Mit-mir-Menschen wirklich in seiner Ganzheit wahr.
Aber…, jetzt kommt noch das große Aber! Aber wir dürfen das alles auch tun. Ja tun! Nicht nur davon träumen oder uns danach sehnen. Handeln, eigenverantwortlich handeln! Für mich eine der ganz großen Aufgaben und Chancen in dieser Corona Zeit.