Mir fehlt der Kontakt und der Kontakt fehlt mir auch nicht, denn ich bin eine Frau, die schon immer wenig persönliche Kontakte hatte. Ein, zwei, drei Menschen, mit denen ich mehr Kontakt habe, ist mir genug. Für mehr reicht meine Kapazität nicht. Dann tut mir nach intensiven Begegnungen eine Pause gut. Daneben gab es die unverbindlichen, zufälligen Kontakte.
Jetzt bemerke ich, dass ich es vermisse, mit der Nordic Walking Gruppe unterwegs zu sein, keine persönlichen Meditations-Abende besuchen zu können und mich überraschen zu lassen, wer ist heute Abend so alles da? Die Begegnungen bei den Tanzabenden fallen ebenso weg und damit die erfrischenden Bewegungen.
So bemerke ich, dass es in meinem Leben verschiedene Qualitäten von Kontakten gibt. Die Kontaktmöglichkeiten ändern sich. Meine Jahresgruppe konnte sich nicht als Präsenzseminar treffen. Wir probierten ZOOM aus und ich stellte fest es war ein guter Ersatz, ja ein Ersatz, denn die vielen kleinen Begegnungen, Kontakte in den Pausen fehlten mir sehr, genauso wie den anderen Teilnehmern der Jahresgruppe.
So kam ich zu der neuen Erfahrung, dass ZOOM eine Bereicherung in dieser Corona-Zeit ist. Ich habe angefangen verschiedene Angebote auszuprobieren und ich stellte fest, manches ist dabei, was mir guttut. So wagte ich bei Barbara das Schreibprojekt. Es ist wie ein Corona Geschenk. Ich freue mich auf die gemeinsamen ZOOM-Schreibtermine. Es bringt mich in Kontakt mit mir, erweitert den Blick auf mein Leben und das aller schönste es gibt 30 Minuten Begegnungen, Kontakt zu dritt. Es sind besonders, konzentrierte, ehrliche, tiefe Kontakte, die mich nähren. Das macht mich wieder offener für die echten, für die realen Kontakte in meinem Leben. Für diejenigen Kontakte die möglich sind, aber auch für jene, die zurzeit nicht möglich sind.
Da war so eine kleine Angst. Was bleiben für Kontakte nach Corona? Die wandelt sich gerade, da ich die Zeit für mich und mit mir selbst schätze und erfahren habe, dass die Kontakte sich ändern, jedoch nicht verschwinden. Mir fehlt der Kontakt. Dachte ich auch schon vor Corona, durch Corona wurde es deutlicher, was mir eigentlich fehlt. Wenn ich in gutem Kontakt zu mir bin, werden die äußeren Kontakte unwichtiger. Es ist nicht so, dass ich keinen Kontakt brauche, wenn ich gut bei mir bin, der äußere Kontakt verliert die Wichtigkeit, wenn ich im guten Kontakt zu mir selbst bin.