Du und Ich.
Wir sind ein eigenartiges Gespann.
Da war so viel Groll und Zweifel. So viel Schmerz und Hadern.
So viel in Frage stellen und nicht verstehen. So viel Hin- und Her.
Ein „Ja, ich will!“ und ein „Nein, danke. Lass mal. Mach mal ohne mich.“
Ich weiß wie es sich anfühlt lebensmüde und lebensfroh zu sein.
Ich wollte dich heiraten. Und mich sofort wieder von dir scheiden lassen.
Ich habe dich angebetet und gehasst.
Ich hatte so oft so viel Wut auf dich.
Habe sie erstickt in grauer Resignation und Rückzug.
Heute verstehe ich.
Ich wollte immer leben.
Schon immer volle Kanne, leidenschaftlich und lustvoll.
Ich dachte jedoch, du bist gegen mich. Habe mit dir gekämpft. Dich angeklagt und meine Energie in diesen sinnlosen Fight gesteckt.
Denn du warst immer für mich.
Du hast mir so viele Begegnungen geschenkt hast, durch die ich lernen durfte.
So viele Erlebnisse, durch die ich mir näherkommen konnte.
Doch ich habe es nicht gefühlt.
Ich habe deinen Sinn nicht begriffen. Nicht gefühlt.
Doch dann gab es diesen einen Tag.
An dem alles hätte vorbei sein können.
Und dann habe ich verstanden.
Habe verstanden, worum es geht.
Habe begonnen zu fühlen, was es zu fühlen gibt.
Habe begonnen dich anzunehmen und durch mich hindurchfließen zu lassen.
Habe begonnen meine Verletzlichkeit zu zeigen.
Und dich zu feiern.
Habe wild mit dir geknutscht und immer wieder von dir gekostet.
Und heute habe ich noch ein Mosaikstein des Erkennens erhalten und verstanden.
Ich beende hiermit diesen Kampf.
Ich lege meine Waffen vor dir nieder.
Ich ehre dich, als das was du bist.
Du bist alles, was ich habe.
Ich bin dankbar, dass ich lebe.
Ich bin pures Leben.
Und ich liebe mein Leben!