„Nah und fern“, wieso habe ich ausgerechnet mich davon anhüpfen lassen? Andere Gegensatzpaare schienen mir viel passender. Zum Beispiel das „Drinnen und Draußen“, da ich so gern in der Natur bin oder „Krank und Gesund“ ein Thema dass sich durch mein Leben zieht. Allerdings ist das mit einer Schwere behaftet, darüber möchte ich heute nicht schreiben. Heute soll es etwas Leichtes, Angenehmes sein, etwas, dass meine Gedanken und meinen Körper leicht macht. „Nah, fern“, ein bisschen hat es für mich etwas mit „weit und eng“ zu tun. Bei „nah“ ist es eher entspannend und bei „fern“ anspannend. Mit „nah“ verbinde ich zu Hause in der Nähe sein, es ist eher vertraut und kann dennoch schwierig und anspannend sein. Bei „fern“ fällt mir sofort der Urlaub ein und viele angenehme, schöne Augenblicke aus vergangenen Urlauben. Da weitet sich etwas in mir. Könnte also die Frage nach dem Urlaub in dem Wortpaar „nah und fern“ stecken? Wie wird es mit dem Urlaub in diesem Jahr? Bei den geschriebenen Gedanken merke ich, dass unter dem Wortpaar „nah – fern“ sich das Wortpaar „vertraut – fremd“ versteckt. Dazu gehören die Fragen: Wieso macht mir das Fremde oder Vertraute Angst? Wieso taucht bei „vertraut“ auch die Enge wieder auf? Diese Fragen führen wieder in die Schwere und ich wollte heute so gern über etwas Leichtes schreiben. Da ist schon wieder ein Wortpaar „leicht – schwer“ und jetzt taucht die Frage auf „Komm ich heute zu einer Frage“, um die es in der Schreibarbeit gehen soll? Da ist schon wieder diese „oder“, oder möchte mein Stift heute über das Papier wandern und Fragen und gegensätzliche Wortpaar sammeln, wie „Frage – Antwort“, „Verbindlich – Unverbindlich“, „Heute – Morgen“.
Möchte ich gerade im Heute, im Jetzt bleiben? Jetzt bin ich bei der passenden Frage angekommen: „Möchte ich gerade im Heute, im Jetzt bleiben?“ Ja, ich möchte gerade im Jetzt bleiben und mal beobachten was der Stift jetzt auf das Papier zaubert, was mein Inneres gerade nach außen transportiert mittels dem Stift, was mein Inneres gerade mitzuteilen hat, welche Gedanken da gerade vorbeischauen und symbolisch mit mir einen Tee trinken möchten. Manche Gedanken sind eher wie ein ICE. Sie sind da und schon wieder weg. Andere Gedanken sind wie ein leichter Windhauch, fast nicht zu spüren, nicht spürbar und schon wieder weg. Der ICE führt in das Reich der Urlaubsbilder in die Ferne. Es kommen schöne Gedanken an Strand, Spaziergänge, Sonnenuntergänge, Bergwanderung, Wanderungen, warmer Sand unter den Füßen und Sand zwischen den Zehen, viel Grün und Natur, Vögel beobachten. Zuhause besuchen die Vögel zurzeit die Futterstelle auf meinem Balkon. Ich sehe ihn so gerne zu, besonders freue ich mich, wenn das Rotkehlchen vorbeischaut oder Herr Amsel an der Wasserschüssel seinen Durst stillt. Die Beobachtung der Futterstelle auf dem Balkon ist eine meiner Alltagsinseln. Ein kleiner Ausstieg im Alltag direkt zu Hause. Espresso trinken ist auch so eine Alltagsinsel und da sind noch die Garnelen im Aquarium, denen ich so gerne zuschaue.
Es ist wohltuend, im Jetzt zu sein und den Gegensätzen zu entkommen.